Sonntag, 15. Juli 2012

The veggie way of life

Capt. Paul Watson und ich - fotografiert vom lieben Cordesh!
 Seit dem ich mich mehr für Sea Shepherd und deren Arbeit interessiere, mache ich mir auch mehr Gedanken um meine eigene Ernährung und auf was ich verzichten kann. Auch die Begegnung mit Paul Watson in Offenbach und seine Rede haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen.

An dem Tag, an dem ich meine onshore Volunteer anmeldung auf Reisen schickte, entschied ich mich zu dem Selbstexperiment, das ich spaßeshalber "Ich werde ein besserer Mensch" nenne.
Zugegebenermaßen esse ich sehr gerne Fleisch und leider noch viel lieber Geflügel und Fisch! Lachsfilets und Garnelen gehören zu meiner Leibspeise. Doch was gibt mir das Recht, Tiere zu essen, die extra für meine kulinarischen Vorlieben sterben müssen?
Also, wie lange schaffe ich mit Genuss fleischfressendes Wesen zu verzichten und mich anders zu ernähren? Neben dem moralischen Aspekt interessiert mich außerdem, ob ich nicht doch ein bisschen Selbstdisziplin besitze. Einige Diätversuche der Vergangenheit deuteten nicht darauf hin :)

Nach 2,5 Wochen muss ich sagen, dass es wirklich geht, wenn man will. Mit Gemüse kann man herrlich variieren, Reis und Kartoffeln sind tolle Beilagen, lediglich mein Käsekonsum ist gestiegen. Diese Tatsache ist im Zusammenhang dann doch eher kontraproduktiv. Aber mühsam nährt sich das Eichhörnchen oder wie war das? Ich sehe es positiv, dass ich einen Schritt in eine gute Richtung gemacht habe. Optmimieren kann ich nach der Umstellungsphase immernoch.

Ein weiterer schöner Effekt ist, dass man wirklich bewusst isst und ich persönlich nicht mehr nebenbei irgendwelche kleinen Minisalamis o.ä. reinstopfe schlichtweg, weil ich den Kühlschrank öffne und die da drin liegen. Da ich immernoch bei meinen Eltern wohne und die typische Dorfmenschen sind, befindet sich dementsprechend immer sehr viel Wurst und Fleisch in unserem Kühlschrank. Daher komme ich bei leichtem Appetit öfter zu dem Schluss, einfach nichts zu essen. Und nach 5 Minuten ist der Appetit schon vorbei.
Tomaten und Champignons gefüllt mir Schafs- und Kräuterfrischkäse,dazu Kartoffeln


Dorfmenschen, da sind wir beim nächsten Punkt: Es ist wirklich nicht einfach, sich auf dem Dorf vegetarisch zu ernähren, wenn man mehr als Gemüse, Obst, Milchprodukte und Kohlenhydrate zu sich nehmen möchte. Unser Edeka besitzt erst keine vegetarische Abteilung und der tegut hat leider heftige Preise. Ein bisschen habe ich dennoch eingekauft und experimentiert.
Vegertarische Fleischklößchen von Vegetaria kann ich wirklich empfehlen. Die schmecken doch sehr frikadellig und sind für die Anfangsphase sehr gut, wenn man doch den Geschmack von Fleisch ein wenig vermisst.
8 kleine Bällchen für 1,99€ gibt es bei tegut. In der Zubereitung äußerst einfach: kurzes Anbraten in der Pfanne und wie gesagt, lecker
sehr lecker und ein wirklicher geschmacklicher Ersatz für Fleisch


Tofu hat mich bisher noch nicht vom Hocker gehauen. Aber da es dieses ja in sehr vielen Sorten gibt, geht da sicher noch mehr. Es kommt wohl einfach auf die Würzung an und welche Konsistenz es besitzt. Meines war mir ein wenig zu schwammig und geschmacklos. Auch mit dem Gemüse in der Pfanne gebraten war es ok aber ein bissl fad.
Als ganzes Stück gebraten und nicht geschnetzelt wie auf dem Bild, fand ich es jedoch recht lecker. Vielleicht weil es dann doch mehr an Fleisch erinnert so am Stück? Ich weiß es nicht.
Gemüse-Tofu-Pfanne mit Naturreis
Einzig den Mangel an Eisen (mit dem ich allerdings auch vorher schon Probleme hatte) spüre ich nun intensiver. Mir fehlt viel mehr Power.
Jedoch probiere ich auch da mit diversen Säften gerade rum und wenn alles nix bringt, dann gibt es eben wieder ferro Sanol o.ä.


Ich muss also sagen, dass vegetarische Ernährung durchaus etwas für mich ist, was ich zuvor für unmöglich hielt. 2,5 Wochen sind nicht lange und daher bin ich gespannt, wie lange ich das durchhalten kann :)

7 Kommentare:

  1. Coole Sache :) Ich bin seit knapp drei Jahren Vegetarierin, hab aber auch vorher sehr wenig Fleisch gegessen, deswegen war das für mich keine große Umstellung. Kann mir vorstellen, dass es deutlich schwerer ist, wenn man sich wirklich umstellen muss!

    Es grüßt
    der Keks aus dem Forum

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  2. (Ach ja, ich hab bei FB gesehen, dass Juan Deinen Post kommentiert hat, deswegen hab mich herverirrt :))

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  3. Ich finde es eigentlich erstaunlich, wie viele Menschen so im Umfeld (sei es real oder nicht) vegetarisch leben und wie wenige Angebote es für Vegetarier bei 0815 Ketten gibt.
    Im Grunde hat McDoof nur einen Veggie Burger und 3 von 4 Salaten sind mit Fleisch :ugly:

    Und danke der Aufklärung, wunderte mich gerade, wie schnell mein Blogeintrag die Runde macht :D
    Obwohl is ja schön, wenn viele Leute lesen :)

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  4. Ich geh relativ selten zu so Ketten - wenn ich Fastfood esse, dann Pizza, und da gibt es zum Glück immer was ;) Aber stimmt schon, teilweise gibt's nicht so arg viele Angebote. Aber ich war ein halbes Jahr in Argentinien, spätestens danach kommt einem Deutschland in der Hinsicht wie das Paradies vor.

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  5. Hülsenfrüchte und Nüsse schaffen Abhilfe bei Eisenmangel... ;)

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  6. Tip gegen den Eisen-Mangel: Gruenes Gemuese (vor allem Spinat) und Pistazien helfen auch :)

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  7. Und Drachenfrucht: http://de.wikipedia.org/wiki/Drachenfrucht

    Angeblich enthält kein anderes Lebensmittel so viel Eisen...

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